Wie viel Ego ist genug – Warum viral nicht immer genial ist

Aus Verbrauchersicht ist Fernsehwerbung noch beim Superbowl gefragt, ansonsten nicht mehr. Dennoch erfreuen sich die bewegten Marken- und Produktfilmchen eines großen Publikums. Auf YouTube findet man fast jede Fernsehwerbung der letzten Jahrzehnte und natürlich werden auch eigens für das Format ‚YouTube‘ Videos entwickelt. Die Messzahl, die dabei alle im Auge haben, sind die Views! Je mehr Views, desto erfolgreicher. Geradezu euphorisch werden die Marketing Chefs, wenn ein Video viral wird, also so ansprechend ist, dass es sich von alleine verbreitet. EDEKA hat dies z.B. mit dem „Opa allein an Weihnachten“-Spot geschafft.

Doch ist viral auch immer genial?

Dass ein Video so die Massen anspricht, bleibt doch eher die Ausnahme. Der Großteil der Videos erreicht nicht das Millionenpublikum. Oft werden nur wenige hundert Views erreicht und sollte es in die tausende gehen, dann ist das Video schon „gut“. Der Erfolg eines YouTube-Videos lässt sich jedoch nicht allein an den Views ablesen. Ein Unternehmen wie EDEKA muss natürlich die breite Masse erreichen. Die Zielgruppe ist groß und entsprechend werden Kampagnen wie „Opa allein an Weihnachten“ auch geplant. Das heißt im Umkehrschluss aber auch, dass eine spitze Zielgruppe auch weniger Views auslösen kann und die Kampagne dennoch erfolgreich ist.

 Es ist eine Frage der Zielsetzung!

Was möchten Sie erreichen? Und: Wen möchten Sie erreichen? Die Antwort auf die beiden Fragen zeigt, ob die Virilität eines Videos zwingend den Erfolg Ihrer Kampagne definiert. Gerade im Lokalmarketing ist die Zielgruppe endlich. Dennoch kann YouTube für Sie ein Bestandteil des Marketing-Mix sein.

Der eigene YouTube-Kanal

Einen eigenen Youtube-Kanal zu haben, bedeutet nicht, diesen auch wie ein TV-Sender zu betreiben. Viele Kanäle dienen ausschließlich der Datenbereitstellung. Es ist einfach, die hochgeladenen Videos auf der eigenen Seite einzubinden oder diese Partnern und Kunden zur Verfügung zu stellen. Dennoch darf der Suchende Ihre Informationen ja finden und konsumieren. Verschließen Sie sich nicht dem Potenzial, immerhin zählt YouTube zu den meist genutzten Suchmaschinen.

Im Klartext bedeutet dies:

  1. Wählen Sie einen guten Titel. Der Inhalt des Videos darf beschrieben werden und auch so formuliert sein, dass Lust erzeugt wird, es zu sehen.
  2. Wählen Sie ein animierendes Vorschaubild aus. Youtube stellt Ihnen drei zur Auswahl, Sie können aber auch eigene Vorschaubilder hochladen.
  3. Beschreiben Sie das Video. Fügen Sie eine aufschlussreiche Beschreibung zu Ihrem Video hinzu und verlinken Sie unter Umständen Ihre Seite, damit Interessenten hier weitere Informationen erhalten.

Oft werden Videos auch einfach bei YouTube hochgeladen, damit Sie überhaupt im Umlauf sind. Firmenvideos vergangener Jahre sollen so das aktuelle Unternehmensbild repräsentieren. Produktinformationen und Dienstleistungen der vorletzten Generation sollen noch immer Nutzen für das Unternehmen bringen. Dabei entspringen die Filme keiner gültigen Werbekampagne. In manchen Fällen sind gar die Inhalte nicht mehr relevant oder schlimmer noch, sie sind schlecht weg falsch. Bevor Ihrem Unternehmen das Bildmaterial schadet, nehmen Sie es lieber von den Kanälen herunter oder nehmen Sie Änderungen an den Einstellungen vor.

Sie können beispielsweise eine „versteckte“ Playlist erstellen und die veralteten Aufnahmen dort parken. Denn vielleicht möchten Sie die Videos gerne für Ihre Firmengeschichte auf der Homepage nutzen.

Die meisten Videos werden entweder direkt aufgerufen oder durch die entsprechende Empfehlung an der Seite. Selten ist Ihr Kanal die primäre Zugriffsquelle. Somit ist eine Liste „Geschichte“ oder „Alt“ zwar schön für die Einordnung, bleibt jedoch für den User uninteressant. Wichtiger ist, dass Sie die Einstellungen der Listen oder der einzelnen Videos vornehmen.

Zusammengefasst

  1. Der Erfolg eines YouTube-Videos hängt nicht von der Anzahl der Views, sondern von den von Ihnen gesteckten Zielen ab.
  2. Ein Youtube-Kanal kann auch als Datenspeicher dienen
  3. Pflegen Sie Ihre Videos und Playlists.

Meiner Meinung nach zahlen virale Videos oft eher auf das Ego der Filmemacher ein, als auf den langfristigen Unternehmenserfolg. Das heißt nicht, dass Ihre Videos nicht viral sein sollen. Doch mir kommt es auf die Reihenfolge an: Sobald Ihr Video Ihre Marketingziele erreicht hat, darf es auch viral sein.

Foto: knape via istockphoto.com

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