Google ist nicht Ihr Kunde – Wann SEO nichts bringt!

Webseiten für die Ergebnisliste bei Google fit zu machen, ist ein tolles und lukratives Spiel für Webagenturen. Indizes, Statistiken und Rankings werden wild durcheinander geschleudert und sollen den großen Erfolg aufzeigen. Die Botschaft ist verlockend: Jeder kann es bei Google nach oben schaffen und wer erst mal oben ist, wird von Kunden überrannt. Doch diese Annahme ist falsch!

Die Absicht von Suchergebnissen ist relativ klar: Der Suchende soll das passende Suchergebnis erhalten. Aus der Sicht der Webseiten- und Webshopbetreiber heißt dies: Der Kunde soll den eigenen Shop finden und dort auch kaufen. Doch, sind diese beiden Aussagen deckungsgleich?

SEO zäumt das Pferd von hinten auf

SEO steht für Search Engine Optimization, also für die Suchmaschinenoptimierung. Webseitenbetreiber optimieren Seiten für die Darstellung in Maschinen. In der Gleichung „Gutes SEO = Gute Positionierung“ ist die Variable „Kunde“ somit komplett ausgelassen worden. Das wäre so, als ob Sie beim Fischen den Köder so auswählen, dass er gut zur Angel passt. Dabei weiß der Volksmund:

Der Köder muss dem Fisch schmecken!

Wenn Google nicht Ihr Kunde ist, warum soll Google dann Ihre Webseite kennen? Investieren Sie Ihr Marketing-Budget nicht in teure Landingpage-Konzepte, die nur gut für das Ranking sind.

SEO – aber bitte richtig!

Langfristig zahlt sich SEO aus. Es kommt nur drauf an, wie Sie es betreiben. Allgemein gibt es zwei Fragestellungen, die allen SEO-Strategien zugrunde liegen:

  1. Wie möchte ich gefunden werden?
  2. Wie wird gesucht?

Was auf den ersten Blick ähnlich erscheint, ist bei genauer Betrachtung sehr unterschiedlich. Es handelt sich dabei um den klassischen Konflikt von Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung.

Die meisten SEO-Strategien werden intrinsisch erstellt und beschäftigen sich mit der ersten Frage, der Selbstwahrnehmung. In diesem Szenario werden Schlagwörter und Phrasen festgelegt, unter denen sich die Unternehmung selbst wiederfinden möchte.
„Ich möchte bei Google mit dem Wort ‚IT-Systemhaus‘ auf der ersten Seite erscheinen.“ Dies funktioniert allerdings nur selten.

Die zweite Strategie ist extrinsisch motiviert und startet mit einer gezielten Kundenanalyse, beschäftigt sich also mit der Fremdwahrnehmung. Hieraus wird das Suchverhalten des Kunden rekonstruiert und anschließend eine passende, allumfassende Onlinestrategie abgeleitet in der SEO, als Suchmaschinen-Marketing, nur einen Bereich von vielen darstellt. Statt mit ‚IT-Systemhaus‘ auf Seite 1 zu erscheinen, könnte der Moment der Suche ausschlaggebend sein. Ein Artikel zu ‚Datenrettung auf Heimserver‘ kann beispielsweise viel erfolgreicher platziert werden und aktiv zur Neukundenakquise beitragen.

Wenn Sie also mit irgendeinem Fisch zufrieden sind, hängen Sie Ihre Web-Angel in den SEO-Fluss und warten Sie auf einen Fang. Wenn Sie jedoch gezielt Lachse angeln möchten, passen Sie Rute und Köder an. Eventuell erkennen Sie mit der zweiten Strategie sogar, dass Ihre potenzielle Kundschaft gar nicht googelt. In diesem Falle sparen Sie sich den Fluss und lassen Sie uns Hochseeangeln gehen.

Foto: sergeyryzhov via istockphoto.com

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